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Frank Nischk merkt man seine Berufung an: Er vermittelt sachgerecht und einnehmend.

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Es wird nicht das geboten, was einem versprochen wird. Die „fiesen Tiere“ haben leider keine Hauptrolle.

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Julian Hübecker
Von Brillenbären, Makibären und Ameisenvögeln

Sachbuch-Rezension von Julian Hübecker Mai 2020

„Was klingt aufregender, Kakerlaken- oder Kolibriforschung?“

Obwohl selten gefährlich, meist kleiner als die eigene Hand und in den meisten Fällen äußerst nützlich, gelten Krabbeltiere für viele als Sinnbild des Ekels. Dabei ist keine Tiergruppe so mannigfaltig wie die der Gliederfüßer, wozu unter anderem Insekten, Spinnen, Tausendfüßer und Krebse gehören.

Frank Nischk ist Zoologe und hat seine Liebe zu den Krabblern spätestens in seinem Studium entdeckt. Dort forschte er unter anderem an Schaben, zu denen auch die umgangssprachlich bekannte Kakerlake zählt, und lernte eine Menge über diese und andere Insekten. Mit einem Augenzwinkern weiß er von vergoldeten Schabenpopos zu berichten und bringt damit die Leserschaft zum Schmunzeln.

„Natürlich sind manche Tiere um einiges ‚einfacher‘ gestrickt, also weniger komplex als andere, sowohl in ihrem Körperbau als auch in ihrem Verhalten. Bei einigen Tieren gilt das allerdings nur so lange, bis man genauer hinschaut.“

Ein Buch über die Vielfalt der Insekten und Verwandte ist längst überfällig, verbergen sie doch einen unerreichten Artenreichtum und eine Vielfalt an Anpassungen. Haben Sie etwa schonmal von Schaben gehört, die ihre Babys mit ihrem eigenen Blut säugen? Oder von Grillen, die so nervtötend zirpen, dass dies zu Schwindel führen kann?

Die Welt der Gliedertiere ist lange genug eine im Verborgenen gewesen, all die wunderbaren Fakten gehören ins Rampenlicht gezerrt. Alleine das Cover ist schon sehr einladend und auch auf den Buchseiten kreucht und fleucht es: Silhouetten von Schaben, Spinnen und Ameisen. Will man anfangs noch reflexartig zuschlagen, schafft es der Autor, mit seinen Schaben-Geschichten die Scheu zu nehmen. Der Auftrag des Buches scheint geglückt.

„Wie Säugetierembryos in einer Gebärmutter entwickeln sich die Jungschaben in einer speziellen Bruttasche ihrer Mutter.“

Irgendwann wird jedoch klar, dass das Buch auch eine autobiografische Seite hat. Man erfährt viel vom Wirken des Autors und seinen Studienreisen in den Regenwald – alles kein Problem, da Nischk sehr gut und flüssig schreiben kann. Aber greift man zur Absicherung nochmal zum Buchumschlag (vielleicht habe ich das Ganze falsch interpretiert), so heißt es: „Von fürsorglichen Schaben, tauchenden Libellen und boxenden Krebsen“ bzw. „(…) über die verborgene Schönheit, die unglaubliche Formenvielfalt und die komplexen Verhaltensweisen der Insekten (…)“. Während die drei Beispiele faszinieren, hat es sich aber auch schon fast auserzählt – was die Gliedertiere angeht.

Stattdessen wird der evolutionäre Artbegriff anhand des Tigers, zoologische Neuentdeckungen anhand einer Makibären-Art, Konflikte zwischen Menschen und Brillenbären sowie Naturschutzerfolge anhand von Feldhamstern beschrieben. Anschließend werden Ameisen & Co. nur kurz erwähnt und man denkt: Ah, jetzt wird die Brücke geschlagen, aber Fehlanzeige. Während der Anfang spannend und informativ war, waren die letzten beiden zwei Drittel ärgerlich und überhaupt nicht das, was der Einband suggeriert.

Fazit:

Die fabelhafte Welt der fiesen Tiere hätte ein Paukenschlag für eine bagatellisierte Tiergruppe werden können. Zwei wesentliche Voraussetzungen sind da: Ein talentierter, wissenschaftlich versierter Autor und ein überaus faszinierendes Thema. An der Umsetzung hat‘s gehapert.

Die fabelhafte Welt der fiesen Tiere

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