Rivalinnen

  • Piper
  • Erschienen: Oktober 2022
Rivalinnen
Rivalinnen
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Carola Krauße-Reim
6

Sachbuch-Couch Rezension vonDez 2022

Wissen

Die Rivalinnen gehören unisono der Vergangenheit an. Für Kennerinnen und Kenner der Vorgestellten Frauen gibt es nichts Neues zu erfahren. Alle anderen könnten auch im Internet nachforschen um das hier Gebotene zu finden.

Ausstattung

Nur wenige Fotos, keine Kurzbiografien und keine Einleitung, die die Auswahl der Rivalinnen begründen würde.

Prominenter Zickenkrieg

Journalistin und Autorin Paola Calvetti hat sich die Biografien von 10 Rivalinnen ausgesucht, die sich gleichzeitig „bekämpften und beflügelten“: Die vier Schauspielerinnen Sarah Bernhardt und Elena Duse, sowie die Schwestern Joan Fontaine und Olivia de Havilland; die Geschäftsfrauen Coco Chanel und Elsa Schiaparelli, sowie Helena Rubinstein und Elizabeth Arden sowie die beiden Klatsch-Journalistinnen Louella Parsons und Hedda Hopper.

Nichts Neues oder Aktuelles

Die vorgestellten Rivalinnen und die in ihrem Zusammenhang genannten Personen, gehören einer längst vergangenen Zeit an. Auch wenn Olivia de Havilland erst 2020 mit 104 Jahren verstarb, dürfte sie, wie die anderen, wohl nur noch wenigen bekannt sein. Lediglich Chanel, Rubinstein und Arden sind heute noch geläufige Markennamen, die auch der jüngeren Generation von Frauen noch etwas sagen könnten. Das macht die vorgestellten Biografien natürlich nicht weniger interessant, doch fehlt dem Buch ein Vorwort, das verrät, warum gerade diese Frauen ausgewählt und nicht aktuellere Rivalinnen betrachtet wurden. Denn Zickenkrieg in prominenten Kreisen dürfte auch in unserer heutigen Zeit stattfinden. So aber wird man in das Leben der Frauen hineingeworfen, von denen man vielleicht nicht einmal weiß, wer sie eigentlich waren und welche Rolle sie zur gegebenen Zeit gespielt haben. Was dann folgt, ist eine Auflistung von Fakten, die für Kennerinnen der Frauen kaum Neues bietet und damit eher einer Aufarbeitung diverser Artikel aus dem Internet gleicht, als einer gut recherchierten eigenen Arbeit. Auch die im Anhang befindlichen Literaturhinweise lassen ebenfalls darauf schließen, dass hier ausschließlich Literaturrecherche betrieben wurde. Wer allerdings jetzt erst Bekanntschaft mit den Rivalinnen macht, könnte animiert werden, selber tiefer in die Biografien einzusteigen, denn bemerkenswert sind sie alle.

Konkurrenz beflügelt

Calvetti zeigt, dass Wettbewerb zu Höchstleistungen treiben kann. Dass dann auch gleich ein Kleinkrieg unter den Beteiligten ausbricht, scheint eine ganz weibliche Nuance von Konkurrenzkampf zu sein. Mit manchmal etwas stakkatohaftem Stil lässt sie uns in die Leben der 10 Frauen blicken, die sich teilweise aus sehr bescheidenen Verhältnissen nach oben gearbeitet haben und vielleicht gerade deshalb ihre Stellung an der Spitze mit allen Mitteln verteidigen wollten. Damit Namen nicht nur Namen bleiben, befinden sich einige Fotos der Frauen im Mittelteil des Buches. Leider sind es nur sehr wenige Aufnahmen, ein paar mehr hätten nicht geschadet. Auch hätte ich mir eingangs jedes Kapitels eine Kurzbiografie der beiden betrachteten Rivalinnen gewünscht, um sie sowohl zeitlich besser einordnen zu können, als auch einen  kurzen Überblick über ihr ereignisreiches Leben zu haben.

Fazit

Sowohl durch die Auswahl der Rivalinnen als auch mit der wenig Neues ergebenden Literaturrecherche hat mich Paola Calvetti etwas enttäuscht. Jedoch könnte eine Leserschaft, die jetzt erst mit den zehn vorgestellten Frauen Bekanntschaft macht, zu eigener eingehender Betrachtung angeregt werden, denn interessant waren die Leben von Chanel, Bernhardt und den anderen Damen zweifelsfrei.

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