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Die ausladende Informationsflut ist der jahrelangen und sehr ausgiebigen Recherche der Autorin geschuldet, die natürlich ihr erworbenes enormes Hintergrundwissen einbringen wollte.

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Das Buch enthält beinahe 60 Seiten mit Anmerkungen, die das Hintergrundwissen der Autorin zeigen. Fotos der vorgestellten Frauen wären hilfreich gewesen, um sie greifbarer zu machen.

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Carola Krauße-Reim
Afroamerikanische Frauen als menschliche Rechner bei der NASA

Sachbuch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jul 2020

Margot Lee Shetterly wurde 1969 in Hampton, Virginia, der „Spacetown USA“, geboren. Nur durch Zufall erfuhr sie von den zahlreichen Frauen, die als Mathematikerinnen und Ingenieurinnen zuerst bei der NACA (National Advisory Committee for Aeronautics) und später bei deren Nachfolgeeinrichtung, der NASA, beschäftigt waren. Viele Jahre recherchierte die Autorin für das vorliegende Buch. 2014 gründete sie „The Human Computer Project“, eine Online- Datenbank, mit der sie diese Wissenschaftlerinnen ausfindig machen will. Ganz besonders interessierte sich Lee Shetterly für die Frauen, die wie sie, afroamerikanischer Herkunft waren – die „Hidden Figures“.

Die „West-Computer“ der NACA

In den Jahren des 2. Weltkrieges rekrutierte die NACA zahlreiche Frauen, um als sogenannte „West-Computer“ Berechnungen der Luftfahrtingenieure zu prüfen. In den Nachkriegsjahren stellte sich heraus, dass diese Frauen unersetzlich waren. Selbst als die NASA auf elektronische Rechner umstellte, blieben sie die hellsten Köpfe im Langley Rechenzentrum. Dabei hatten sie etwas weniger als ihre männlichen Kollegen mit der noch herrschenden Rassentrennung zu kämpfen, denn sie waren keine Einzelkämpferinnen, sondern immer in Gruppen organisiert - aber als Co-Autorinnen auf den Deckblättern der Forschungsberichte genannt zu werden oder die Berufsbezeichnungen Ingenieurin oder Mathematikerin führen zu dürfen, wurde ihnen lange verwehrt. Neben den Schwierigkeiten, mit denen alle berufstätigen Frauen in diesen Jahren zu kämpfen hatten, kamen für die Afroamerikanerinnen dennoch die Einschränkungen durch die Rassentrennung hinzu. „Im Kernschatten des Mondes“ ist damit nicht nur ein Bericht über die „unbekannten Heldinnen der NASA“, sondern auch über den Kampf gegen die Rassentrennung.

Eine geballte Informationsflut erfordert Aufmerksamkeit

„Im Kernschatten des Mondes“ ist definitiv ein Buch, das viel Aufmerksamkeit und Konzentration vom Leser verlangt. Obwohl sich Lee Shetterly hauptsächlich den afroamerikanischen Ingenieurinnen und Mathematikerinnen widmen will, kommt sie schnell und häufig vom Weg ab und erwähnt Personen, die nicht unmittelbar mit diesem Thema verknüpft sind und geht dann auch noch mehr oder weniger ausgiebig auf diese ein. Dadurch ist es manchmal schwierig, den roten Faden nicht zu verlieren. Eine Unmenge an Namen und Abkürzungen prasselt auf den Leser ein, die verdaut und verstanden werden müssen. Da gehen Dorothy Hoover, Mary Jackson, Dorothy Vaughan, Katherine Coleman Goble und die anderen schon einmal ein bisschen unter. In diesem Zusammenhang wären Fotos der Frauen sehr schön gewesen, die sie dem Leser optisch nähergebracht und zu greifbaren Persönlichkeiten gemacht hätten.

Die ausladende Informationsflut ist der jahrelangen und sehr ausgiebigen Recherche der Autorin geschuldet, die natürlich ihr erworbenes enormes Hintergrundwissen einbringen wollte. So umfassen die Anmerkungen zu dem gut 350 Seiten langen Buch auch noch einmal fast 60 Seiten! Wenn man sich aber auf diesen Info-Dump einlässt und sich vor allem Zeit für die Lektüre gönnt, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nur mit Stift, Papier und ihrem Genie bewaffnet, haben diese Frauen der Rassentrennung getrotzt, unglaubliches geleistet und waren neben blitzgescheiten Wissenschaftlerinnen immer auch Ehefrauen und Mütter, die oft mit einem geringen Gehalt auskommen mussten und die Karriereleiter, wenn überhaupt, nur langsam erklimmen konnten. Dabei blieben sie den Außenstehenden unbekannt und wurden daher von der ahnungslosen Gesellschaft nicht angemessen gewürdigt.

Fazit:

Margot Lee Shetterly gibt mit „Im Kernschatten des Mondes“ ihr sehr umfangreiches Wissen über die afroamerikanischen Mathematikerinnen und Ingenieurinnen bei der NACA und NASA weiter. Das erfordert hohe Konzentration und viel Zeit vom Leser, der dann aber mit einer äußerst interessanten Lektüre über ein bis dato nicht aufgearbeitetes Thema belohnt wird.

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