Die Vögel Amerikas

Erschienen: August 2021

Couch-Wertung

9
Ausstattung

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Eine Bildsammlung, die bis heute unerreicht bleibt!

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Julian Hübecker
Eine Expedition durch die Vogelwelt Amerikas

Sachbuch-Rezension von Julian Hübecker Nov 2021

John James Audubon gilt bis heute als einer der bedeutendsten Naturmaler und erlangte zu Lebzeiten mit seinen Vogelbildern schnellen Ruhm. In 435 handkolorierten Bildertafeln veröffentlichte er sein Meisterwerk, in dem er die Vögel Nordamerikas in natürlichen Posen zeichnete und so für ein breites Publikum abbildete. In dieser Neuauflage werden diese wertvollen Abbildungen nochmal dargestellt.

Aufwändige Technik

Eingeleitet wird das Werk von einem gegenwärtigen Zeichner nordamerikanischer Vögel: David Allen Sibley. In kurzen Zügen berichtet er, wie Audubon es zum Vogelzeichner gebracht hat. Dabei nutzte er eine heute zweifelhafte, damals revolutionäre Technik, um die Vögel so lebensnah wie möglich aufs Papier zu bringen: Er schoss sie vom Himmel und drapierte sie dementsprechend in natürlicher Pose. Heute befinden sich die originalen Bilder Natural History Museum in London. Für dieses Werk wurden diese mittels modernster Digitaltechnik abfotografiert und in Druck gebracht. Das Ergebnis spricht für sich.

Bildgewaltige Vogelwelt

Denn dieses Buch ist keine Enzyklopädie, durch die man etwas über die nordamerikanische Vogelwelt lernt. Vielmehr ist es ein Sammelobjekt, das zum intensiven und wiederholten Betrachten gedacht ist. Auf über 400 Seiten ist auf jeder einzelnen je eine Tafel abgedruckt, die eine oder mehr Arten im natürlichen Lebensraum zeigen. Dabei sind sogar längst ausgestorbene Exemplare dabei, die aber zu Lebzeiten Audubons noch existierten (wie die Wandertaube oder der Elfenbeinspecht).

Stets sind die Vögel aber in natürlicher Pose zu betrachten: Ob ein Sägekauz beim Mäusefang oder zwei Schwarzkopfmeisen beim Nestbau. Kleiner Wermutstropfen für Vogelkenner: Da die Bilder und damit auch die Bildunterschriften aus dem frühen 19. Jahrhundert stammen, sind die Namen der Vögel längst überholt und unkorrekt. Zwar werden in einem anhängenden Verzeichnis die mittlerweile anerkannten Namen genannt, doch sehr unübersichtlich dargestellt, sodass man viel zu lange suchen muss.

Fazit

Auch nach beinahe 200 Jahren hat dieses Werk nichts an Bedeutung und Bildgewalt verloren. Für jeden Vogelfreund ist es ein ideales Geschenk und ein Hingucker in der heimischen Vitrine.

Die Vögel Amerikas

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