Das Gedächtnis der Welt

Erschienen: August 2020

Bibliographische Angaben

Nils Hoff (Illustrator), Elsbeth Ranke (Übersetzerin)

Couch-Wertung

7
Wissen
Ausstattung

Wissen

Beide Autoren wissen wovon sie schreiben und lassen den Leser vollumfänglich teilhaben.

Ausstattung

Es hätte durchaus mehr Ausstattung – z.B. an Illustrationen – sein dürfen.

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Julian Hübecker
Eine Reise durch die Entdeckungslust historischer und moderner Botaniker

Sachbuch-Rezension von Julian Hübecker Okt 2020

Das Sammeln von Pflanzen hat Tradition: Anders als bei der Entdeckung neuer Tierarten, müssen Typusexemplare von Pflanzen nicht zuvor gefangen und getötet werden, sondern können ganz bequem gepflückt oder gerupft, dann getrocknet den botanischen Sammlungen dieser Welt zugeführt werden. Der Botaniker Marc Jeanson weiß von den historischen Entdeckungen zu berichten: Er ist Direktor des größten Herbariums der Welt in Paris und leitet zusätzlich den Botanischen Garten in Marrakesch.

„Forschung ist nicht immer spektakulär. Die meisten Zufallsfunde des Entdeckers ergeben sich nicht etwa in einem dunklen Gehölz, sondern in den Urgründen der Sammlungen.“

Jeanson lässt in Das Gedächtnis der Welt an seiner Liebe zur Natur und insbesondere seiner Faszination von der Vielfalt der Pflanzen teilhaben. Dabei erzählt er nicht nur von seinen eigenen Abenteuern, wie er bereits als Kind durch das Unterholz kraxelte, um nach Pflanzen zu suchen, sondern auch von historischen Persönlichkeiten, die der Botanik einen neuen Anstrich verliehen haben. So berichtet er etwa von Carl von Linné, der dank seiner binären Nomenklatur die Taxonomie revolutionierte und zahlreiche Pflanzenarten beschrieb.

Unzählige faszinierende Pflanzen und ihre Entdeckung stellt Jeanson mit einer Leidenschaft vor, die ansteckend ist; darunter sind solche mit Blättern so silbrig wie Alufolie oder die Lotusblume, deren Samen nach 1300 Jahren problemlos wieder auskeimen.

Erwähnenswert sind auch die Illustrationen von Nils Hoff berühmter Botaniker nebst Abbildungen getrockneter Typuspflanzen und deren historischen Beschreibungen. Einige Illustrationen mehr hätten dem Buch einen noch schöneren Anstrich gegeben.

„Sie erhoben sich wie Trugbilder in dieser übermäßig artifiziellen Landschaft, die letzten Tränen eines Holzes, das einst wertvoller war als die Erträge des Amazonasbeckens.“

Insgesamt gestaltet sich das Buch spannend, vor allem aufgrund des Herzblutes des Autors, das mit jeder Seite klar erkennbar ist. Diese Begeisterung reicht oft schon aus, um andere vom Thema zu überzeugen und ihre Aufmerksamkeit zu erhalten. In diesem Fall hat es jedoch nicht ganz gereicht: Das Buch mutet an vielen Stellen sehr philosophisch an, und auch die schwierig zu lesende Schreibweise tut ihr übriges. Wie gerne wäre ich flüssig durch die Seiten geschwebt und hätte den Enthusiasmus des Autors aufgenommen – das war leider nicht möglich, weshalb dem Buch vermutlich viele Leser nicht werden folgen wollen.

Fazit

Das Gedächtnis der Welt ist eine Liebeserklärung an die Botanik, an die faszinierende und unerschöpfliche Welt der Pflanzen. Der nicht einfach zu lesende Schreibstil kann den Inhalt nicht im gewünschten Maße wiedergeben. Dennoch wird das Buch einige Interessierte begeistern können.

Das Gedächtnis der Welt

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