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Schon beim ersten Durchblättern findet man Orte, von denen der Status des Weltkulturerbes bekannt sein könnte, aber eben auch viele von denen man es nicht weiß und, die dann um so mehr überraschen.

Ausstattung

Das Buch ist ein Schwergewicht – in mehr als einer Bedeutung. Allein schon seine Größe, Dicke und sein beträchtliches Gewicht von 3,3 Kilo disqualifizieren es als Bettlektüre. Und die, auf 645 Seiten, präsentierten Informationen sind quantitativ und qualitativ so viel und hochwertig, dass man sie bewusst genießen sollte.

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Carola Krauße-Reim
Alle Stätten des Kultur- und Naturerbes der UNESCO in einem Buch

Sachbuch-Rezension von Carola Krauße-Reim Nov 2020

In immer wieder aktualisierten Auflagen veröffentlicht der Kunth Verlag eine mit Fotos und erklärenden Texten angereicherte Liste der Kultur- und Naturmonumente nach den Konventionen der UNESCO, dem s.g. Weltkulturerbe. Die vorliegende Ausgabe stellt alle 1121 bis 2019 anerkannten Kultur- und Naturmonumente vor und ergänzt diese mit den Nominierungen 2020/2021 und den Ernennungen 2019/2020.

Geballte Information auf mehr als 600 Seiten

Das Buch ist ein Schwergewicht – in mehr als einer Bedeutung. Allein schon seine Größe, Dicke und sein beträchtliches Gewicht von 3,3 Kilo disqualifizieren es als Bettlektüre. Und die, auf 645 Seiten, präsentierten Informationen sind quantitativ und qualitativ so viel und hochwertig, dass man sie bewusst genießen sollte. Die Kontinente geben die Kapitel vor, die dann noch einmal in die einzelnen Staaten, die Weltkulturerbestätten aufweisen, unterteilt sind. Jeder Ort wird durch mindestens ein Foto gezeigt und durch einen kurzen Text erklärt, inklusive dem Grund für die Listung. Ergänzend werden einige relevante Themen in kurzen Essays behandelt, die dabei immer einen Bezug zu der vorgestellten Stätte haben, wie z.B. „Das Imperium Romanum“ in Verbindung mit dem Historischen Zentrum von Rom. Damit man die Stätten besser verorten kann, sind im Anhang Karten mit Lageangaben zu finden, ebenso wie eine Liste der Monumente, auf der die als sehr stark gefährdeten extra markiert sind.

Unsere Welt ist so vielfältig!

Schon beim ersten Durchblättern findet man Orte, von denen der Status des Weltkulturerbes bekannt sein könnte, aber eben auch viele von denen man es nicht weiß und, die dann um so mehr überraschen. Dazu gehören für mich z.B. die Van-Nelle-Fabrik in Rotterdam, die als „herausragendes Beispiel der klassischen Moderne und ihrer Architektur“ gilt, oder der Landschaftskomplex von Trang An in Vietnam, der wegen seiner Karstfelsen, Höhlen und Grotten auserwählt wurde. Immer kann man auf Ort, Monumente oder Naturparks stoßen, die man auf Reisen kennengelernt haben könnte, aber auch auf eventuell völlig Neues, wie vielleicht die Altstadt von Ghadames in Libyen. Die kleinen Artikel zu jeder Stätte geben einen kurzen Einblick, der aber immer so informativ ist, dass man sich den Ort und seine Bedeutung gut vorstellen kann. Und, wenn die meisten Fotos auch relativ klein sind, zeigen sie das Monument doch immer anschaulich und qualitativ hochwertig.

Schade ist, dass die ergänzenden Essays sehr minimalistisch sind und wirklich nur Anregung zu weiterer Recherche darstellen. So wird das Genie Michelangelo in wenigen Sätzen abgebügelt und die Traumpfade der Aborigines auf das Wesentlichste zusammengeschrumpft. Dennoch wird dem Leser mit fortschreitender Lektüre immer mehr bewusst, wie vielfältig und wunderschön unsere Welt ist, aber auch, wie zerstörerisch wir manchmal mit unserem Erbe umgehen, denn die Altstadt von Aleppo liegt in Trümmern, ebenso, wie die Buddha-Statuen von Bamiyan, die 2001 den Taliban zum Opfer fielen. Auch die Naturmonumente sind in Gefahr – ich denke nur an die Korallenbleiche im Great Barrier Reef in Australien oder der Nationalpark Galapagos-Inseln in Ecuador, der durch zu viele Touristen geschädigt wird.

Ein Reiseführer der anderen Art

Die Vielzahl der Monumente, ihre Vielfältigkeit und Schönheit lassen staunen und gleichzeitig den Wunsch verspüren, sie nicht nur auf den Fotos zu bewundern. Viele sind vielleicht in Reichweite, denn auch Deutschland weist eine Menge an Weltkulturerbestätten auf (auch, wenn das Dresdner Elbtal nicht mehr dazu gehört). Warum also nicht einmal die heimatlichen schützenswerten Orte erkunden? Oder vielleicht schaut man vor einer geplanten Reise in das Buch, um sich die interessanten Stätten des Urlaubslandes zu notieren, denn fast jede Ecke dieser Welt hat etwas vorzuweisen. Und die ganz Begeisterten werden vielleicht gleich den nächsten Urlaubsort gezielt wegen einem Naturpark, einer Stadt oder einem Gebäude aussuchen, weil sie im Buch so anschauenswert vorgestellt wurden. Dabei sollte man aber immer im Kopf behalten, dass es sich eben um Schützenwertes handelt und man die Orte meiden sollte, die jetzt schon unter der Touristenflut leiden.

„Das Erbe der Welt“ ist dennoch nicht nur eine Liste der schützenswerten Kultur- und Naturmonumente der Erde, sondern kann auch Inspirationen für Ausflüge und Urlaube bieten.

Fazit

„Das Erbe der Welt“ ist viel mehr als nur die Liste der Weltkulturerbestätten der UNESCO. Es ist ein wunderbares Buch zum Schmökern für jeden Natur- und Kulturliebhaber und kann mit seinen Informationen und Fotos durchaus Lust auf einen Besuch der weltweiten Stätten machen.

Das Erbe der Welt

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