Auf Asphalt

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Carola Krauße-Reim
10

Sachbuch-Couch Rezension von Carola Krauße-Reim Mai 2022

Wissen

Fundiertes Rundumwissen wird in lesefreundlichem Plauderton vermittelt

Ausstattung

Das passende Layout und die vielen phantastischen Fotos ergänzen die gut recherchierten Berichte und zahlreichen Porträts des großformatigen Buches bestens

Rennradfahren ist Kult!

Der Journalist Max Marquardt kam eher durch Zufall zum Rennradfahren. Während er vorher die Faszination für das Rad mit den schmalen Reifen nicht wirklich nachvollziehen konnte, hat ihn eine kurze Ausfahrt mit dem Rennradvirus infiziert, der ihn bis heute nicht losgelassen hat. Mittlerweile ist das Rennrad sein „Lebensinhalt und -mittelpunkt“. Er versucht „hinter das Mysterium der magischen Anziehungskraft zu kommen“ und schreibt darüber in seinem Webzine „Cleat Magazin“.

Die Faszination in allen Facetten

Marquardt hat in seinem Buch an alles gedacht – von den Fahrern über die Herausforderungen bis hin zum „Betriebshandbuch“ für das Rad. Er lässt Radprominente, wie John Degenkolb und Fabian Cancellara genauso zu Wort kommen, wie die Besitzer des Stuttgarter Radcafés oder Claudia Rier, die ehemalige Skispezialistin im Riesenslalom. Sie erzählen von farblich auf das Rad abgestimmten Socken; dem wichtigen Bier nach der Quälerei; den Tränen, wenn keiner im Ziel auf dich wartet oder zeigen, wie man sich ganz schnell ein eigenes Rad zeichnen kann. Damit „Normalsterbliche und Rennradneulinge“ nicht als völlig unbedarft erscheinen, liefert Marquardt ihnen u.a. die unbedingt notwendige „Grundausstattung“ mit, erklärt Begriffe, wie „Ballern“, „Laufrad“ und das hoffentlich nie eintretende „DNF“ und zeigt die unverzichtbaren Handzeichen bei Gruppenausfahrten, denn ein Wedeln mit der Hand kann viel bedeuten!

Zwischen Quälerei und Freude

Die Begeisterung für das Rennradfahren wird beim Anblick der wunderbaren Fotos klar - Pässe, wie der Grimsel in der Schweiz, die Tremola hinauf zum Gotthardt oder Berge, wie der Mont Ventoux in der Provence und Panoramastraßen, wie der Trollstiegen in Norwegen befinden sich in einer atemberaubend schönen Landschaft, die wild und zerklüftet sein kann, schwindelerregend hohe Klippen hat oder schattenspendenden Wald aufweist.

Marquardt stellt die Herausforderungen vor und gibt gute Tipps von dem besten Platz für ein Selfie bis zur Imbissbude mit dem besten Espresso. In seinen Berichten wird klar – vor der Freude beim Ankommen und vielleicht der rasanten Abfahrt stehen Quälerei und Selbstüberwindung. Die Härtegradeinteilung reicht von „Schaffst du locker“ (untrainiert sollte man aber dennoch nicht sein) bis zu „Umfallen kannst du am Ziel“. Wer schon einige der Touren gefahren ist, wird mit Sicherheit wieder an das Erlebnis hinauf denken, wer sie noch nicht kennt, bekommt bestimmt noch neue Ideen für das nächste Abenteuer. Und wer noch gar nichts mit Rennradfahren am Hut hat, könnte animiert sein damit anzufangen.

Fazit

Mit der Mischung aus Porträts, Berichten, spektakulären Fotos und Grundinformationen ist Max Marquardt ein Buch gelungen, das Kenner wie auch Neusteinsteiger begeistern kann! Aber Vorsicht – Sie könnten mit dem Rennradvirus infiziert werden, denn der Faszination mit einem Rennrad „Auf Asphalt“ unterwegs zu sein kann man sich bei diesen Schilderungen einfach nicht entziehen.

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