Was hat die Mücke je für uns getan?

Erschienen: Oktober 2020

Bibliographische Angaben

Dirk Steffens (Vorwort)

Couch-Wertung

7
Wissen
Ausstattung

Wissen

Sehr kompakt gehalten und dennoch gut zusammengefasst. Hier und da hätten einige Informationen tiefer in die Materie gehen können.

Ausstattung

Einprägsame Bilder, einige wenige Grafiken (hier hätten es durchaus mehr sein können) und ausreichende Quellenangaben statten das Buch sinnvoll aus.

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Julian Hübecker
Dieses Thema sollte jeder verinnerlichen

Sachbuch-Rezension von Julian Hübecker Dez 2020

Biodiversität ist ein wichtiges Gut für unser Überleben, dennoch handeln wir damit, als wäre es eine unerschöpfliche Quelle. Doch wir steuern auf eine globale Katastrophe zu, ein 6. Massenaussterben, das unser Sein direkt beeinflussen wird. Und wenn diese Argumentation vielen noch nicht reicht: Biodiversität ist ein enormer Wirtschaftsfaktor, dessen Verlust Abermilliarden kosten wird.

„Manchmal ist es genau die eine Art zu viel, die ausstirbt und damit eine dramatische Kaskade des Ökosystemkollapses einleitet. Dann spricht man davon, dass ein Tipping Point erreicht wurde.“

Frauke Fischer und Hilke Oberhansberg haben einen sehr einschlägigen Titel für ihr Buch gewählt. Wie oft erwischt man sich nämlich selbst dabei, sich zu fragen, wer eigentlich Plagegeister wie Mücken, Zecken und Wespen braucht? Wir jedenfalls nicht! Oder doch? Denn es herrscht in der Wissenschaft die einhellige Meinung, dass jedes Lebewesen auf diesem Planeten eine Aufgabe hat. Klingt auch nachvollziehbar, da alle Arten Nischen besetzen, die Teil eines großen Ganzen sind. Entnimmt man diesem perfekt austarierten System eine oder mehrere Arten, droht ein Kollaps.

In drei übersichtlichen Kapiteln stellen die Autorinnen das Thema Biodiversität vor. In Teil eins „Damit wir uns richtig verstehen“ wird vorgestellt, was unter Biodiversität zu verstehen und wie unser derzeitiger Status Quo ist. Im Teil „Unser Leben im World Wide Web of Life“ wird die direkte Beziehung von uns zur Natur erläutert; dabei geht es um die globale Ernährung der menschlichen Bevölkerung, unser Gesundheitssystem, die Lebensqualität, unsere Energieversorgung und so weiter. Hier wird einem erst so richtig bewusst, dass Biodiversität in unserem täglichen Leben auf jeder Ebene eine Rolle spielt. Im abschließenden Teil „Und nun?“ gehen die Autorinnen auf Zukunftsaspekte ein – etwa, was getan werden muss, um eine drohende Katastrophe abzuwenden.

Eine übersichtliche Zusammenfassung als Einstieg

Mit knapp über 200 Seiten ist das Buch für so ein komplexes Thema sehr übersichtlich geworden, spricht dadurch aber insbesondere auch die Allgemeinbevölkerung an, die nicht von trockenen Fakten erschlagen werden möchte. Das gelingt dem Buch sehr gut, indem es Schlagwörter fett druckt, die Fotos und Grafiken sehr farbkräftig und selbsterklärend sind, und die Kapitel kurz gehalten werden. Dennoch schaffen es die Autorinnen, die wichtigsten Informationen zu verpacken.

Schön ist, dass Nebeninformationen kompakt in Infokästen vorgestellt werden, die man nicht gelesen haben muss, um dem Kapitel zu folgen, aber durchaus sehr interessant sind und wichtige Beispiele bieten. Auch dass die Autorinnen aus unterschiedlichen Wissenschaften kommen (Frauke Fischer ist Biologin, Hilke Oberhansberg Wirtschaftswissenschaftlerin), passt sehr gut, um die thematische Verknüpfung zwischen Biodiversität und Wirtschaft abzubilden.

Leider hat sich auch ein Fehlerteufel eingeschlichen, der zu Fehlvorstellungen in der Taxonomie der Tiere führen kann: Dargestellt wird in einer Grafik zur Nomenklatur der Arten, dass Bären und Robben Gattungen der Hunde seien. Das ist falsch, da sie eigene Familien bilden und daher taxonomisch auf einer Ebene wie die Hunde einzuordnen sind. Dass diese näher mit den Hunden als den Katzen verwandt sind, äußert sich nomenklatorisch anders. Das ist aber nur ein kleiner Wermutstropfen, der den Inhalt nicht weiter beeinträchtigt.

Fazit

Eine schöne, kompakte Zusammenfassung eines schwierigen, aber umso wichtigeren Themas, das uns alle betrifft. Eine Biologin und eine Wirtschaftswissenschaftlerin bieten genau den richtigen Input, um die Inhalte sinnvoll zu verknüpfen.

Was hat die Mücke je für uns getan?

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