Jesus von Nazareth und die Anfänge des Christentums

Erschienen: März 2021

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Insgesamt betrachtet, dürften nur Interessierte ohne jede Vorkenntnis neues Wissen aus dem Buch ziehen. Selbst wenn man den Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung 2011 berücksichtigt, erzählen die Autoren nur Altbekanntes. Erkenntnisse aus neueren Forschungen sucht man vergebens.

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Die Präsentation ist dabei sehr textlastig und gerade die bei diesem Thema angeratene Neutralität leider nicht immer gegeben.

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Carola Krauße-Reim
Der historischen Person Jesus auf der Spur

Sachbuch-Rezension von Carola Krauße-Reim Apr 2021

Die vorliegende Sonderausgabe erschien bereits 2011 im Rahmen der Reihe „Spiegel Geschichte“ und wurde 2012 erstmals in Buchform veröffentlicht. In zahlreichen Aufsätzen versuchen sich vor allem Autoren des „Spiegel“ und Theologen der historischen Person Jesus von Nazareth zu nähern. Die Qualität der einzelnen Artikel ist sehr unterschiedlich und selten als kritisch anzusehen.

Wer war Jesus von Nazareth?

Jesus von Nazareth kennt so gut wie jeder – für die Christen ist er Gottes Sohn, für Moslems und Juden ist er ein Prophet, für alle anderen eine historische Figur, die mehr Einfluss auf die Geschichte hatte als jeder andere Mensch. Die Aufsätze des vorliegenden Buches versuchen alle Aspekte rund um die Person Jesus und seine Zeit zu beleuchten. Dass Jesus eine historische Figur war, ist bewiesen, doch was aus dem galiläischen Wanderprediger im Laufe der Geschichte wurde und vor allem wie er es wurde, wird hier zu vermitteln versucht. Die Kapitel „Das Leben Jesu“, „Die antike Welt“, „Alltag in Palästina“ und „Ein neuer Glaube“ decken dabei alle interessanten Bereiche ab und zeigen auch die Entwicklung nach Jesus Tod. Dabei überwiegt der Textanteil bei weitem, Bilder oder Karten findet man sehr selten und wenn, dann in einem viel zu kleinem Format und nie im Farbdruck. Eine visuelle Unterstützung hätte hier immens zum Verständnis der Texte beitragen können.

Neutralität ist in den Artikeln selten zu finden

Bedauerlich ist auch, dass nur wenige Autoren unvoreingenommen zu sein scheinen. Wenn in den Artikeln vom „Heiland“ oder „Gottessohn“ die Rede ist, kann man vom Autor wohl kaum Neutralität erwarten. Folgerichtig sind viele angebliche Fakten mit kritischen Augen zu betrachten. Zwar kommen Theologen und interessierte Journalisten zu Wort, aber andere Wissenschaftler, wie z.B. Archäologen mit den Fachrichtungen Christliche oder biblische Archäologie bleiben außen vor. Ihre Arbeit wird zwar erwähnt, aber sie, wie auch übrigens Historiker, dürfen ihre manchmal kritische Herangehensweise nicht vortragen. Das führt dazu, dass viele Aspekte wenig neutral oder gar strittig betrachtet werden. Leider wird auch vieles in den unterschiedlichen Aufsätzen wiederholt, wie der ländlich-urbane Zustand Galiläas zu Jesus Zeiten, mit Nazareth als kleinem Dorf und Tiberias als nur wenige Kilometer entfernte Stadt oder die vorherrschenden Berufe zu jener Zeit. Dass am See Genezareth Fischer und Händler angesiedelt waren und Anhänger Jesus zu diesen zählten, dürfte keine Neuigkeit sein und trotzdem wird es in mehreren unterschiedlichen Artikeln von Grund auf erklärt. Dem hätte eine bessere Abstimmung unter den Autoren vorbeugen können.

Insgesamt betrachtet, dürften nur Interessierte ohne jede Vorkenntnis neues Wissen aus dem Buch ziehen. Selbst wenn man den Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung 2011 berücksichtigt, erzählen die Autoren nur Altbekanntes. Erkenntnisse aus neueren Forschungen sucht man vergebens. Wenn dann Frank Thadeusz in seinem Aufsatz „Mordsache Jesus Christus“ auch noch detailliert auf die Tötung Jesus am Kreuz eingeht, frage ich mich, ob eine weniger blutige dafür aber wissenschaftlichere Abhandlung nicht besser gewesen wäre.

Fazit

„Jesus von Nazareth“ ist eine Sammlung von Aufsätzen, die Interessierte, die sich noch nicht mit dem Thema befasst haben, anspricht. Alle anderen dürfen keine neuen Erkenntnisse erwarten. Die Präsentation ist dabei sehr textlastig und gerade die bei diesem Thema angeratene Neutralität leider nicht immer gegeben. Doch für Leser, die dem Mann aus Galiläa bis jetzt kaum Aufmerksamkeit gewidmet haben, ist das vorliegende Buch ein guter Einstieg in die Thematik, die die Menschheit bestimmt noch lange kontrovers beschäftigen wird.

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