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Wissen
Ausstattung

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Dautel gibt zahlreiche Beispiele aus den Selbsterfahrungsgruppen. Sie zeigt die unterschiedlichen Traumata und die Möglichkeiten der unbewussten Übernahme durch die nachfolgenden Generationen.

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Die Autorin hat, wie sie in dem eingangs des Buches wiedergegebenen Interview sagt, den Anspruch die Sachverhalte praxisbezogen und leicht verständlich zu erklären, um den Lesern Hilfe zur Selbsthilfe an die Hand zu geben. Das ist ihr leider nicht gelungen, wenn man davon ausgeht, dass nicht jeder Leser Psychologe ist. Sie ergeht sich in Quervermerken, Zitaten und Fachwörtern.

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Carola Reim
Praxisbuch – von wegen!

Sachbuch-Rezension von Carola Reim Nov 2019

Ingrid J. Dautel arbeitet seit 35 Jahren als Familientherapeutin und Mediatorin, sie leitet Fortbildungsgruppen und mehrgenerationale Selbsterfahrungsgruppen. Von den Erfahrungen mit diesen oft langjährig bestehenden Gruppen berichtet sie in dem vorliegenden Buch.

Das Ungelöste wird über Generationen weitergetragen

Die Kriegs- und Nachkriegszeit waren Epochen, die geprägt waren von Gewalt, Verlusten, Tod, Vertreibung, Hunger und Elend. Die erlittenen Traumata hatten nicht nur Auswirkungen auf die direkt Betroffenen, sondern auch auf die nachfolgenden Generationen. Nachkriegskinder, Kriegsenkel und manchmal auch deren Kinder können noch heute bewusst oder unbewusst unter dem, oft nicht selbst Erlebten leiden. Dautel gibt zahlreiche Beispiele aus den Selbsterfahrungsgruppen. Sie zeigt die unterschiedlichen Traumata und die Möglichkeiten der unbewussten Übernahme durch die nachfolgenden Generationen. Im nächsten Schritt sollen dem Leser Methoden der Erkennung und der Ablösung dieser übernommenen Muster an die Hand gegeben werden, um den persönlichen Weg und das individuelle Ich zu erkennen und mit dieser Erkenntnis Einfluss auf das eigene und das gesellschaftliche Leben zu nehmen.

Dautel wird ihrem Anspruch nicht gerecht

Die Autorin hat, wie sie in dem eingangs des Buches wiedergegebenen Interview sagt, den Anspruch die Sachverhalte praxisbezogen und leicht verständlich zu erklären, um den Lesern Hilfe zur Selbsthilfe an die Hand zu geben. Das ist ihr leider nicht gelungen, wenn man davon ausgeht, dass nicht jeder Leser Psychologe ist. Sie ergeht sich in Quervermerken, Zitaten und Fachwörtern (z.B. S. 124) und erstickt so ganz schnell den Willen, als Laie tiefer in die Materie einzudringen. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit zur Selbsthilfe. Wer diesen wissenschaftlichen Exkurs versteht, ist schon so weit mit dem Thema bekannt, dass er keine Anleitung zum Ablösen der Probleme mehr braucht. Für einen Laien ist das Buch unter dieser Prämisse nahezu untauglich. Neben den Schwierigkeiten der Termini, kommt Dautel auch nie zum Kern. Sie gibt zahlreiche Beispiele von Traumata, auch aus den kriegsnachfolgenden Generationen, aber sie sagt nie, was genau zu tun ist, wenn man die dargestellten Verhaltensmuster an sich erkennt und sie loswerden will. Da helfen auch die abschließend aufgeführten Lebensläufe aus drei Generationen nichts, sind sie eben persönlich und nicht universell.

Fazit

Für die Lektüre des vorliegenden Buches bedarf es zweier Voraussetzungen: Der Leser muss bereit sein, tief in den Fachjargon der Psychologen einzutauchen und er muss, wie die Autorin selbst, davon ausgehen, dass sein ganzes Sein und Tun von den vorhergehenden Generationen geprägt ist. Nur dann kann man eventuell Nutzen aus diesem Buch ziehen. Allerdings fehlen brauchbare und explizite Ratschläge zur Selbsthilfe in meinen Augen völlig, da Traumata eben doch nicht allgemeingültig, sondern sehr individuell sind.

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Letzte Kommentare:
08.01.2020 14:41:13
Georg

Wenn vier von fünf Kapiteln die reinste Praxis sind mit Unmengen, reichhaltiger Beispiele- was daran ist also- nach Aussage der Kommentatorin- kein " Praxisbuch"? Den Ei en und einzigen Weg zur Traumaauflösung gibt Es nucht- hier widerspricht sich Carola Reim selbst, wenn sie diesen sucht- mir helfen die sehr authentischen Lebensläufe mit VERSCHIEDNENARTIGEN LÖSUNGSMÖGLICHKEITEN da sehr viel mehr weiter! Das Buch habe ich mehrfach verschenkt- das spricht für sich, oder?!

04.01.2020 22:24:04
Andrea

Die Autorin vertritt und beschreibt angeleitete Selbsterfahrungsgruppen, die professionell geführt werden, so dass eben niemand in alte Geschichten wieder hineinrutscht. Nirgendwo vertritt sie einen reinen Selbsthilfeansatz, der bei traumatisierten Menschen auch meist nicht angesagt ist, da sie klare Strukturen,Übungen und Grenzen benötigen. Wenn Frau Dautel der Meinung wäre, dass das ganze " Sein ud Tun" allein von den vorhergehenden Generationen bestimmt wäre, würde sie sicherlich nicht schon so viele Jahre Menschen aller Altersstufen an der Auflösung dieses alten Gepäcks begleiten.- Im übrigen empfehle ich der Komnmentatorin Carola Reim mehr Respekt, die Autorin entweder mit " Frau" oder mit Vornamen anzusprechen- wir sind hier doch nicht beim Militär, wo nur Nachnamen gebläfft werden, oder? Ich empfehle jedenfalls vielen meiner Klientinnen und Frundinnen dieses wirklich sehr praxis- und lösungsorientierte Buch!

07.12.2019 20:39:02
Erwin

Mir haben die vielen Beispiele im Buch verschiedene gute Lösungsmöglichkeiten gezeigt, ohne wie es sich die Komnentatorin wohl wünscht, den einen Zauberstab zu schwingen, der angeblich für alle gleichermaßen gelten soll?? Die Autorin will ja gerade zur Selbstständigkeit anregen, wenn ich das richtig verstanden habe. Und sie sagt nirgendwo, dass wir alle " nur" durch die elterlichen Traumata bestimmt seien!

05.12.2019 20:04:31
Eine, die das Buch gerne gelesen hat!

Leider gibt es die von Carola Reim gewünschten, für alle gleichermaßen gültigen, Regeln nicht, " was zu tun ist, wenn man die dargestellten Verhaltensmuster an sich erkennt und sie loswerden möchte." Somit ist der Wunsch, zum " Kern" zu kommen, zwar verständlich, doch eben auch nur individuell lösbar: Hierfür werden Wege vorgeschlagen und durch die Gruppenverläufe auch skizziert. Ansonsten gilt die von Frau Dr.Eger zitierte und begründete "Wahlfreiheit"- statt des oft erlernten kollektiven Gehorsams! Im übrigen werden alle Fremd- oder Fachwörter in dem Buch übersetzt und erklärt- vielleicht darf Frau Reim der/ dem Leser/- in etwas mehr zutrauen?!

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