Wer schon immer ein Hochbeet wollte, ist hier genau richtig.
Einen Garten zu haben ist schon etwas Schönes. Je nach Lebenssituation und Interesse bieten sich viele Möglichkeiten der Gestaltung und Nutzung. Wird unser Garten aktuell eher von jungen Menschen genutzt und bietet Schaukel, Rutsche und Sandkasten Platz, kommt das Gärtnern momentan etwas zu kurz. Dabei ist die Freude immer groß, wenn Johannisbeeren oder Äpfel geerntet werden können, die Gurke vom Gurkensalat beim Wachsen beobachtet werden konnte und Kräuter frisch geerntet sind. Die Vorstellung, noch mehr Gemüse aus dem eigenen Garten auf den Tisch zu bringen, klingt auf jeden Fall verlockend! Woran es fehlt sind Platz und Wissen. In „Hochbeet für Ahnungslose: So geht Ernte auf kleinem Raum!“ schafft Anja Klein Abhilfe. In sieben Kapiteln nimmt sie ihre Leser an die Hand und zeigt, was es für erfolgreiches Gärtnern im Hochbeet braucht, um am Ende der Saison das erste eigene Gemüse ernten zu können!
Einmal quer durchs Gartenjahr
Wer mit einem Hochbeet starten möchte, hat meist viele Fragen: „Worauf muss ich beim Bau/Kauf eines Hochbeets achten?“, „Welche Arten gibt es?“ oder „Womit fülle ich ein Hochbeet?“ sind nur ein paar Beispiele, auf die Anja Klein in ihrem ersten Kapitel „Das kleine Hochbeet 1x1“ eingeht. Im nächsten Abschnitt „Dein erstes Hochbeet“ findet sich nicht nur ein Bauplan für ein DIY-Hochbeet aus Holz, auch gibt es Infos zum Standort, passendem Füllmaterial, Rankhilfen und einem eventuellen Frühbeetaufsatz. Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, kann es auch schon mit dem Bepflanzen losgehen. Hat man bisher keine Ahnung, worin der Unterschied zwischen samenfestem und F1-Hybrid-Saatgut liegt oder was die verschiedenen Abkürzungen auf Saattütchen bedeuten, sollte man nach dem Lesen des dritten Kapitels mehr Durchblick im Aussaat-Dschungel haben und wissen, was man easy selbst züchten kann oder wo man lieber auf Jungpflanzen zurückgreifen sollte.
Sind die Pflänzchen erst einmal im Beet, geht es darum, sie am Leben zu halten und ihnen beste Wachstumsbedingungen zu schaffen. „Wann muss ich düngen?“, „Wie viel Wasser brauchen meine Sprösslinge?“ oder „Wie halte ich Schädlinge fern?“ sind nur einige Fragen, die man sich beim Hegen der Pflänzchen stellt und um die es im vierten Abschnitt des Buches geht. Konnte man alle Herausforderungen meistern, steht hoffentlich irgendwann die Ernte an, um die sich alles im fünften Kapitel dreht, das mit einem „Ernte-ABC“ startet und mit Tipps zum Nachreifen endet.
Wer das erste Mal ein Hochbeet bepflanzt, ist von der Fülle der Möglichkeiten oft überfordert. Um dem entgegen zu wirken, finden sich im Kapitel „Hochbeet-Pflanzpläne“ konkrete Vorschläge, womit sich die Fläche passend bestücken lässt. Egal ob gesunde Proteine, kinderfreundliche Gemüsesorten oder Wurzel- und Knollen-Liebhaber, hier sollte für jeden die passende Zusammenstellung dabei sein. Da im Laufe des Jahres doch noch die ein oder andere Frage aufkommen kann, gibt es zum Schluss noch eine Übersicht, in der „Häufige Probleme und ihre Lösungen“ besprochen werden, bevor Tipps zu empfehlenswerten Bezugsquellen den Abschluss bilden.
Ratgeber mit Comic-Feeling
Wer mit einem eigenen Hochbeet liebäugelt, jedoch bisher keinerlei Erfahrung mit dem Gärtnern hat, ist bei Anja Klein mit ihrem Ratgeber „Hochbeet für Ahnungslose“ gut aufgehoben. Schritt für Schritt nimmt sie einen in ihrem Buch an die Hand und begleitet einen vom Planen, Aufstellen und Füllen des Hochbeets bis zur Ernte und den Vorbereitungen für den Winter und die neue Saison. Doch auch wenn jede Seite wirklich viele Informationen enthält, lässt sich das Buch mühelos lesen, was vor allem an Anja Kleins lockerem Schreibstil und den vielen anschaulichen und auflockernden Illustrationen von Véro Mischitz liegt.
Keine Seite im Buch kommt ohne passende Zeichnung oder witzige Skizze daher, kleine Comic-Szenen sorgen für Abwechslung und statt langer Texte erwarten einen kurze Abschnitte, Übersichten oder Aufzählungen, die entweder im Ganzen gelesen werden können oder aber durch Überschriften auf den ersten Blick erkennen lassen, worum es geht, sodass man nur die für einen selbst relevanten Punkte lesen braucht.
Auch wer bisher noch keine Erfahrungen im Gemüse- oder Kräuteranbau beziehungsweise in der Blumenzucht hat, kann sich durch die anschaulichen Bilder direkt vorstellen, wie sich aus 1m Klopapier ein günstiges Saatband herstellen lässt, wie ein Kompost-Hochbeet aufgebaut ist oder wie eine Blaue Holzbiene, eine Sand-Goldwespe oder eine Erdhummel aussehen. Schließlich ist es vor allem bei letzteren schon sinnvoll, Nützlinge von Schädlingen unterscheiden zu können und zu wissen, dass sich diese Insekten gerne im Garten aufhalten können, während Blattläuse oder Nacktschnecken eine Plage darstellen.
Gut gelungen ist auch der übersichtliche Aufbau des Buches, der einen von der ersten Idee bis zur Ernte begleitet. Dank des alphabetischen Registers lassen sich eventuell aufkommende Fragen sofort klären, da sich die passende Antwort schnell im Buch finden lässt. Viele Tipps und Tricks, in denen die Autorin ihre Erfahrungen teilt, runden das Buch ab. So erklärt Klein, wie man Krankheiten im Hochbeet vorbeugen kann, wie sie sich ohne Chemie aus der Gartenapotheke lösen lassen oder wie sich Knollengemüse gut einlagern lässt, damit es lange hält. Immer wieder stößt man im Buch auf einen kleinen Regenwurm mit Sonnenbrille, der einem den ein oder anderen Rat mitgibt und gleichzeitig für Spaß beim Anschauen sorgt.
Fazit
Ein rundum gelungener Ratgeber, der Hochbeet-Neulinge an die Hand nimmt und kompetent durch die erste Saison begleitet. Trotz vieler Infos lässt sich das Buch gut lesen, was nicht nur am lockeren Schreibstil der Autorin sondern auch an den vielen mal humorvollen, mal anschaulichen Bilder liegt, die sich auf jeder Seite finden lassen. Nachdem die Theorie jetzt klar ist, heißt es für uns: Ab ins Beet und ran an Möhre, Salat und Co und hoffentlich reiche Ernte!

Anja Klein, Véro Mischitz, Kosmos


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