50 legendäre Pässe
- Delius Klasing
- Erschienen: September 2025
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Ein MUSS für alle Kletterer.
Die Motivation von Rennradfahrern kann ganz unterschiedlich sein: Den einen geht die Geschwindigkeit auf der Straße über alles, während Randonneure gerne lange Strecken an einem Stück zurücklegen. Und dann gibt es noch die Kletterer, die Pässe und Anstiege erklimmen, egal wie hoch es hinaus geht und wie viel Kraft und Schweiß es kostet. Für die Letzten ist dieses Buch ein Muss und das mit Hochgenuss – garantiert!
Ein tolles Team
Autor und Herausgeber Frederik Backelandt ist begeisterter Hobby-Rennradfahrer, dem kein Anstieg zu lang und schwierig ist; David Stockman ist studierter Fotograf und ebenso Radsport-begeistert, nur eben mit der Kamera. Und die beiden zusammen sind ein Spitzenteam! Die Berichte von Backelandt sind die Grundlage des Buches, doch die unglaublichen Fotos von Stockman machen es zu einem Highlight der Hors Catégorie.
Legenden
Backelandt und Stockman haben sich 50 Pässe ausgesucht, von denen viele durch die großen Landesrundfahrten bekannt sein dürften. Die Grand Tours des Rennradsports (Tour de France, Giro d‘Italia und Vuelta a España) beinhalten immer Bergfahrten unterschiedlicher Kategorien, bei denen entweder Pässe überquert werden oder Bergankünfte stattfinden. Namen, wie z.B. „Alp d‘Huez“, „Col du Galibier“, „Col de Tourmalet“ und „Cime de la Bonette“ dürften jedem Radsportfan ein Begriff sein. Diese und andere weit Bekannte werden im Buch genauso befahren, wie Unbekanntere. „Pla d‘Adet“, „Hourquette d‘Ancizan“ und „Passo Gavia“ dürfte neben anderen hier dazugehören.
So sind 50 Legenden zusammengekommen, die Backelandt erklettert hat und dabei von Stockman fotografiert wurde. Während der Auffahrten, egal ob lang und kurvig, wie beim „Stilfzer Joch“ oder kurz und knackig, wie „La Blanche des Belles Filles“, hat sich Backelandt Gedanken gemacht. Jeder Radfahrer kennt das – man sitzt alleine auf dem Rad und die Gedanken wandern. Das kann von Begeisterung über die wunderbare Natur bis hin zur Frage, warum man sich diese Qual freiwillig antut, gehen.
Backelandt hat sich meist an die Legenden des Rennradsportes erinnert. An Begebenheiten, Tragödien oder einfach schöne Momente, die uns die Legenden des Radsports beschert haben. Und natürlich hat er eigene Eindrücke einfließen lassen. Daraus haben sich kurze und längere Artikel ergeben, die uns die Pässe von Beginn des Anstieges bis zum Erreichen des Ziels beschreiben und gleichzeitig große Momente der großen Landesrundfahrten einschließen.
Kleine Tipps und Zitate als Ergänzung
Kurze Zitate lassen die Pässe neben den Beschreibungen lebendig werden. So kommt u.a. die kopfsteingepflasterte Tremola am „Gotthardpass“ zu Ruhm, wie auch das Fausto-Coppi-Relief am „Passo Pordoi“ und der „Col du Télégraphe“ als „Vorhölle des Galibiers“. Neben diesen stimmungsvollen Zitaten gibt Backelandt auch kleine Tipps, wie „Materialcheck!“, „Tänzelnd oder Sitzend?“, „Kleidung macht den Ketterer“ oder auch „Bremsen erfordert Geschick“, denn wer hochfährt muss ja auch wieder hinunter.
„Lass Gnade walten“ ist für mich das Highlight unter den Tipps. Denn wer, wie ich, immer das Schlusslicht an den Aufstiegen ist, weiß es zu schätzen, dass die anderen an der Passhöhe warten und auch dem Letzten Zeit zum Überleben, Luftholen und genießen des Erfolges bleibt.
Die Fotos sind unübertroffen
Die Beschreibungen Backelandts machen Lust auf neue Qualen oder lassen alte wieder aufleben. Doch die Fotos von Stockman lassen sogar diese zum Glücksgefühl werden. Ganzseitig, doppelseitig oder als Abfolge kleinerer Formate – sie sind ein absolutes Highlight! Die Atmosphäre der Pässe ist hervorragend eingefangen, die unglaublich schöne Natur auch. So kann man neben vielen anderen Schönheiten die schier unendlichen Kehren am „Les Lacets du Montvernier“ sehen, die Steinwüste an der „Cime de la Bonette“, die Schneemassen am „Grimselpass“, den unglaublich blauen Himmel am „Mont Ventoux“ oder die sanften Wiesen am „Passo di Giau“. Die unübertroffenen Fotos von Stockman machen das Buch neben einem Sachbuch auch zu einem ganz hervorragenden Bildband.
Lieblingspass und mehr
Zum Schluss verraten Backelandt und Stockman noch ihre Lieblingspässe. Doch welche die sind, wird hier natürlich nicht verraten, genauso wenig die Antwort auf die Frage „Und welcher ist nun der Schwerste?“. Verraten sei, dass zu allen 50 Pässen die Ausgangspunkte und ein Schwierigkeitsindex gelistet werden. Aufgeführt werden die befahrenen Pässe auch im Inhaltsverzeichnis, inklusive der Nationalität. Damit man sie schneller findet, ist auch noch eine Karte mit den Verortungen mitgeliefert. Und hier wird gleich offensichtlich, dass viele interessante Pässe aus Österreich, Italien und Spanien noch fehlen. Also muss Backelandt wohl noch einmal auf das Rad steigen und Stockman ihn mit der Kamera begleiten, damit wir uns über noch mehr schöne Anstiege und herrliche Aufnahmen freuen können.
Fazit
Backelandt und Stockman ist ein wunderbares Buch gelungen, das jeden Kletterer unter den Rennradlern begeistern dürfte. Und es schreit nach mehr! Bleibt deshalb zu hoffen, dass die beiden noch einmal nachlegen und uns noch weitere Pässe vorstellen – egal ob legendär oder einfach nur schön.

David Stockmann, Frederik Backelandt, Delius Klasing

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